Harald Jegodzienski
„Erdgericht“ - Einleitung
Humboldt hatte bei seiner Reise durch Lateinamerika den Stamm der Otomaken getroffen, dessen Ernährung zu einem wesentlichen Teil aus Erde bestand. Nicht irgendwelche Erde, sondern wie Humboldt schreibt, "fetter milder Letten, wahrer Töpferthon von gelblich-grauer Farbe, mit etwas Eisenoxyd gefärbt". Bei der Auswahl sei es vor allem auf den Geschmack angekommen, denn nicht jede Erde schmecke wie die andere. Sie wird zu kleinen Kugeln geformt, anschließend leicht geröstet und beim Essen dann wieder befeuchtet.
Eine Fahrt nach Südamerika scheint zu aufwendig, dieses spezielle Erdessen (Geophagie) genießen zu wollen und es ist doch recht gewöhnungsbedürftig. Wir können jedoch lustvoll die zusammengestellten „Erd-Rezepte“ studieren und … sie in farbenfrohe Gerichte umwandeln. Diese stelle ich mir auf großen Teller aus gebrannter Erde kunstvoll serviert vor, umrahmt mit einem großen Strauß „Erdnussplatterbsen“ und als stilvolles Getränk bietet sich der „Erdige Säuerling“ an. Falls es nach einem üppigen Erd-Mahle zum Aufstoßen käme, erfragen Sie in der Apotheke nach „Erdrauch“ oder „Heilerde“.
Zu Risiko und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Hausarzt oder Apotheker :) |